Unser Nervensystem ist beeindruckend – 47+ Funfacts

47+ Fun Facts über dein Nervensystem

Dein Nervensystem trifft in Sekundenbruchteilen Entscheidungen – oft lange, bevor dein Verstand überhaupt mitbekommt, was gerade passiert. Genau deshalb lohnt sich ein Blick darauf, was in deinem Körper wirklich abläuft: wenn du errötest, dich nicht selbst kitzeln kannst oder beim Malen plötzlich die Zeit vergisst.

Ich habe kuriose Fakten aus der Wissenschaft mit Erfahrungen aus meiner eigenen Arbeit und meinem Alltag kombiniert – von blitzschnellen Nervenimpulsen über unser Reptiliengehirn bis hin zur Verbindung zwischen Nervensystem und intuitivem Malen. Klick dich durch, so weit du magst.

Nervensystem

Das Nervensystem ist das Steuerungssystem deines Körpers, das über Gehirn, Rückenmark und Nerven Reize verarbeitet und Reaktionen auslöst – oft, bevor dein bewusstes Denken überhaupt eingesetzt hat. Es entscheidet in Millisekunden, ob du dich sicher fühlst oder in Alarmbereitschaft gehst.

Blitzschnell und skurril – Grundfakten übers Nervensystem

  1. Alle Nervenbahnen unseres Körpers aneinandergereiht ergeben etwa 5,8 Millionen Kilometer – das reicht für 145 Erdumrundungen. (Quelle)
  2. Manche Nervenimpulse rasen mit bis zu 400 km/h durch unseren Körper – schneller als ein Formel-1-Auto. (Quelle)
  3. Schmerzsignale sind dagegen echte Trödler: Sie reisen mit nur 1,5 bis 15 m/s. Deshalb spüren wir erst den Druck, wenn wir uns den Finger klemmen, und danach erst den Schmerz. (Quelle)
  4. Die meisten Reflexe schaffen es gar nicht bis ins Gehirn – sie werden direkt im Rückenmark „kurzgeschlossen“, damit wir schneller reagieren. (Quelle)
  5. Unser Gehirn selbst kann gar keinen Schmerz spüren. Bei Kopfschmerzen schmerzen die Blutgefäße der Hirnhaut, nicht das Gehirn selbst. (Quelle)
  6. Eine einzelne Nervenzelle ist im Durchmesser nur 0,1 mm groß – ihr Ausläufer, das Axon, kann aber bis zu einem Meter lang werden. (Quelle)
  7. Unser Darm hat ein eigenes „zweites Gehirn“: Das enterische Nervensystem besteht aus rund 500 Millionen Nervenzellen. (Quelle)
  8. Auf jedem Quadratzentimeter unserer Haut sitzen rund 200 Schmerzrezeptoren, aber nur ein einziger Wärmerezeptor. (Quelle)
  9. Gähnen ist ansteckend – schuld daran sind sogenannte Spiegelneuronen, die uns Bewegungen anderer „nachfühlen“ lassen. (Quelle)
  10. Wir können uns selbst nicht kitzeln: Unser Gehirn unterdrückt aktiv Reize, die wir selbst erzeugen. (Quelle)

Der Vagusnerv & unwillkürliche Reaktionen

  1. Der „Musikantenknochen“ an unserem Ellenbogen hat nichts mit Musik oder einem Knochen zu tun – es ist der Ellennerv, der größte ungeschützte Nerv unseres Körpers. (Quelle) Wer sich jemals da gestoßen hat, weiß, wie schmerzhaft das ist.
  2. Ohnmacht beim Blutabnehmen hat einen Fachbegriff: vasovagale Synkope. Der Vagusnerv überreagiert und lässt Herzfrequenz und Blutdruck abrupt einbrechen. (Quelle) Das ist mir als Kind mal passiert, die arme Kinderärztin hatte dann etwas Stress.
  3. Der Vagusnerv kann sogar Schluckauf mit auslösen – er reagiert auf so unterschiedliche Reize wie Ohrenreizung oder einen übervollen Magen. (Quelle)
  4. Der linke und der rechte Vagusnerv transportieren zusammen rund 75 % aller Fasern unseres parasympathischen Nervensystems. (Quelle)
  5. „Brain Freeze“ beim Eisessen entsteht, weil der Trigeminusnerv den Kältereiz registriert und unsere Blutgefäße sich abrupt zusammenziehen und wieder ausdehnen. (Quelle)
  6. Erröten lässt sich nicht willentlich unterdrücken – es wird vom vegetativen Nervensystem gesteuert, das sich unserem bewussten Willen komplett entzieht. (Quelle)
  7. Zwischen 40 und 80 Prozent aller Menschen mit einer Amputation spüren danach Phantomschmerzen – so, als wäre das Glied noch da. (Quelle)
  8. Manche Menschen können in ihrem Phantomglied sogar zwischen heiß und kalt unterscheiden, obwohl das Körperteil gar nicht mehr existiert. (Quelle)

Urzeit-Erbe – Was das Reptiliengehirn mit Gänsehaut zu tun hat

Grafik zum Reptilienhirn – wie unser Gehirn Reaktionen beeinflusst
  1. Unser Reptiliengehirn (limbisches System) hat sich seit der Steinzeit kaum weiterentwickelt – es war einfach zu nützlich, um sich zu verändern. (mehr dazu: Innere Sicherheit und Ruhe). Dafür hat sich das Gehirn drumherum weiterentwickelt und sich an die veränderte Situation angepasst.
  2. Früher war der Säbelzahntiger die Gefahr, die es früh zu erkennen galt – heute übernimmt diese Rolle eher der volle Terminkalender oder der Kontostand. (mehr dazu: Innere Sicherheit und Ruhe)
  3. Unser Nervensystem unterscheidet kaum zwischen echter Gefahr und alltäglichem Druck – ein kritischer Blick kann eine ähnliche Alarmreaktion auslösen wie eine reale Bedrohung. (Mehr dazu: Immer nur gute Gefühle? Wie „High Vibes“ dich blockieren)
  4. Schon in unserer Kindheit lernen wir: Erfüllen wir die Erwartungen anderer, sind wir sicher. Sagen wir Nein, riskieren wir Ablehnung – ein Muster, das evolutionär noch aus der Steinzeit stammt, als Ausschluss aus der Gruppe Lebensgefahr bedeutete. (Mehr dazu: Grenzen setzen ohne schlechtes Gewissen)
  5. Unser Gehirn kann nicht zwischen Wirklichkeit und Fiktion unterscheiden – es nimmt auch das, was wir in Serien oder Videospielen erleben, für bare Münze. (Mehr dazu: Innere Sicherheit und Ruhe)
  6. Unser Reptiliengehirn kennt im Grunde nur zwei Zustände: sicher oder Kampfmodus. Entspannen können wir uns nur im ersten – wir können uns nicht entspannen, wenn ein Säbelzahntiger auf der Terrasse sitzt. (mehr dazu: Innere Sicherheit und Ruhe). Das Problem: Unser limbisches System nimmt viele Zustände als Gefahr wahr, die zu unserem täglichen Leben gehören, und setzt Stresshormone frei.
  7. Und genau hier kommt auch die Gänsehaut ins Spiel: Sie ist ein Überbleibsel aus der Zeit, als wir noch Fell hatten – aufgestelltes Haar wärmte oder ließ Feinde größer wirken. Gesteuert wird sie vom sympathischen Nervensystem, demselben System, das auch unsere Kampf-oder-Flucht-Reaktion auslöst. Deshalb bekommen wir sie auch bei Musik oder Angst, nicht nur bei Kälte. (Quelle 1, Quelle 2)

Unser Nervensystem im Alltag

  1. Ich nehme mir eigentlich das ganze Jahr über bewusst Zeit für mich: Tai-Chi, Spaziergänge, bewusste Minipausen im Arbeitstag – trotzdem geriet dieses Jahr durch die Erkrankung und den Tod meines Vaters selbst meine eingespielte Routine ins Wanken. (Mehr dazu: Nervensystem beruhigen: Warum Urlaub allein nicht reicht). Bewusste Zeit für mich und ein bewusstes Umdenken: „To-Do-Listen sind nicht bedrohlich“, helfen, das Nervensystem im Alltag zu beruhigen.
  2. Bei mir zeigte sich Überforderung des Nervensystems nicht als Zusammenbruch, sondern als leises Nachlassen: müder als sonst, weniger Lust auf Termine, weniger Motivation. (Mehr dazu: Nervensystem beruhigen: Warum Urlaub allein nicht reicht)
  3. Das Phänomen, ausgerechnet im Urlaub krank zu werden, nennt sich „Leisure Sickness“ – Cortisol unterdrückt monatelang Warnsignale, die sich dann melden, sobald der Stress plötzlich wegfällt. (mehr dazu: Nervensystem beruhigen: Warum Urlaub allein nicht reicht)
  4. Eine Sportlehrerin, die meinen Artikel gelesen hat, sagt ihren Teilnehmenden seither zu Beginn der Stunde, dass sie nichts „können“ oder „schaffen“ müssen – ihre Rückmeldung an mich: „Kommen die Leute in ein Gefühl von Sicherheit, dann geht es plötzlich.“ (Mehr dazu: Innere Sicherheit und Ruhe)
  5. Eine Leserin schrieb mir, der Satz: „Sicherheit ist nicht das Ende aller Risiken, sondern das Gefühl, dass du mit dem, was ist, klarkommen wirst“ habe sie sofort „in der Seele berührt“. (mehr dazu: Innere Sicherheit und Ruhe)
  6. Ich kenne nächtliches Gedankenkreisen aus eigener Erfahrung: Je mehr ich früher versucht habe, meine Gedanken loszulassen, desto lauter wurden sie – als hätte ich unbewusst Öl ins Feuer gegossen. (Mehr dazu: Wenn im Kopf nachts die Gedanken kreisen)
  7. Mein Trick gegen Gedankenkreisen beim Einschlafen: Ich stelle mir vor, wie alle Gedanken und schweren Gefühle aus meinen Füßen herausfließen, den Berg hinunter, Richtung Kläranlage. (Mehr dazu: Wenn im Kopf nachts die Gedanken kreisen)
  8. Der Versuch, Gedanken aktiv zu stoppen, aktiviert genau die Gehirnregionen, die für Aufmerksamkeit und Kontrolle zuständig sind – wir machen unser Gehirn damit wacher statt ruhiger. Das habe ich selbst oft an mir gemerkt. (Mehr dazu: Wenn im Kopf nachts die Gedanken kreisen)
  9. Ein einfaches „Das passt mir gerade nicht“ ist eine vollständige Antwort – eine Erklärung ist nicht nötig, auch wenn es sich zunächst unhöflich anfühlt. (Mehr dazu: Grenzen setzen ohne schlechtes Gewissen)
  10. Unser Körper registriert Grenzverletzungen meist viel früher als unser Verstand – ein Zug in der Brust oder ein Engegefühl im Bauch sind keine Überreaktionen, sondern echte Signale. (Mehr dazu: Grenzen setzen ohne schlechtes Gewissen)
  11. Gefühle vergehen normalerweise innerhalb von 90 Sekunden, wenn wir sie nicht festhalten oder unterdrücken. (Mehr dazu: Immer nur gute Gefühle? Wie „High Vibes“ dich blockieren)
  12. Ich bin auch mal den „High-Vibe“-Versprechungen gefolgt, bis ich merkte, dass mich das nur von meinem eigenen Weg abgebracht hat. (Mehr dazu: Immer nur gute Gefühle? Wie „High Vibes“ dich blockieren)
  13. Eine der einfachsten Methoden, unser Nervensystem schnell zu beruhigen: eine kurze Atem- oder Vagusübung, zum Beispiel langsames Ausatmen oder Summen. (mehr dazu: Innere Sicherheit und Ruhe)

Kapitel 5: Nervensystem & intuitives Malen – die Verbindung

  1. Forscher der Drexel University fanden heraus: Schon 45 Minuten kreatives Tun senken den Cortisolspiegel bei 75 % der Erwachsenen signifikant – unabhängig vom künstlerischen Talent. (Quelle)
  2. Eine Studienteilnehmerin berichtete: „Schon nach 5 Minuten Malen fühlte sie sich weniger angespannt und ängstlich.“ (Quelle)
  3. Kunsttherapie gilt in der Forschung als nonverbales Medium, das hilft, komplexe Emotionen wahrzunehmen, auszudrücken und zu regulieren – ganz ohne Worte. (Quelle)
  4. Beim intuitiven Malen aktivieren wir verstärkt unsere rechte Gehirnhälfte – die Quelle von Intuition und Kreativität. (Mehr dazu: Warum ich intuitives Malen liebe)
  5. Im kreativen Flow reduziert sich die Aktivität in unserem präfrontalen Kortex – genau dem Areal, das für Selbstreflexion und Zweifel zuständig ist. Deshalb vergessen wir beim Malen Raum, Zeit und uns selbst. (Mehr dazu: Was ist kreativer Flow?)
  6. Im Flow werden bei uns vermehrt Dopamin und Noradrenalin ausgeschüttet – dieselben Botenstoffe, die uns fokussiert, belohnt und energiegeladen fühlen lassen. (Mehr dazu: Was ist kreativer Flow?)
  7. Meine SamenCorn-Methode verbindet bewusst Seelenarbeit, intuitives Malen und neuropsychologisches Wissen – weil echte Veränderung nur geschieht, wenn sich unser Nervensystem sicher fühlt. (Mehr dazu: SamenCorn-Methode)
  8. Bei meiner Arbeit ist es mir sehr wichtig, dass sich meine Kundinnen sicher fühlen – denn nur ein Nervensystem, das sich sicher fühlt, kann sich wirklich öffnen. (Mehr dazu: SamenCorn-Methode)
  9. Beim Malen umgehen wir unser bewusstes Denken – dadurch kommen Erkenntnisse zustande, die wir im Alltag sonst sofort wegrationalisieren würden. (Mehr dazu: SamenCorn-Methode)

Dein Nervensystem arbeitet ständig für dich – ob du es bewusst mitbekommst oder nicht. Hättest du das gedacht? Welcher der Funfacts hat dich am meisten überrascht? Schreib mir doch gerne einen Kommentar,

Ich freue mich auf dich

Wecke das SamenCorn in dir🌱

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert