Ist Selbstfürsorge egoistisch?
Kennst du den Gedanken, Selbstfürsorge sei egoistisch? Du tust dir mal etwas Gutes – und im selben Moment meldet sich ein schlechtes Gewissen, als würdest du damit jemandem etwas wegnehmen. Genau dieser Gedanke, dass Selbstfürsorge egoistisch sei, sitzt bei vielen von uns tief. Meist so tief, dass wir ihn nie hinterfragt haben. Es wird dringend Zeit, das zu ändern.
Auch ich habe lange ein schlechtes Gewissen gehabt, wenn ich mich um mich selbst gekümmert habe. Unten im Artikel kannst du lesen, wie ich es geschafft habe. Selbstfürsorge in mein Leben zu integrieren.
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Selbstfürsorge ist egoistisch?
Der Glaubenssatz „Selbstfürsorge ist egoistisch“ ist ein Erbe alter Rollenbilder – geprägt durch Erziehung, Gesellschaft und dein Nervensystem. Er führt auf Dauer zu Erschöpfung und belastet genau die Beziehungen, die er eigentlich schützen soll. Die Wahrheit: Selbstfürsorge nimmt niemandem etwas weg, sie macht dich beziehungsfähiger. Schon kleine, konsequente Momente für dich reichen als Start.
Woher kommt der Glaubenssatz „Selbstfürsorge ist egoistisch”?
Ein kurzer Blick in die Vergangenheit
Ich glaube, dieser Glaubenssatz ist ein echter Frauen-Mindfuck. In einer patriarchischen Gesellschaft, in der Frauen für Haushalt und Kindererziehung zuständig waren und sich auch um ihren Ehemann kümmern mussten, war kein Platz für Selbstfürsorge oder Me-Time. Erst seit 1958 brauchen Frauen in Deutschland ihren Gatten nicht mehr um Erlaubnis zu bitten, wenn sie irgendwo eine Anstellung annehmen wollten, allerdings durften sie dabei ihre familiären Pflichten nicht vernachlässigen. Erst 1977 fiel diese Klausel und die Ehe wurde auch in Bezug auf den Haushalt partnerschaftlich. Quelle: Diese Rechte haben Frauen in den letzten 100 Jahren errungen. Es lohnt sich, hier mal reinzuschnuppern.
Und noch heute jonglieren viele Frauen zwischen Job, Haushalt und Kindererziehung und übernehmen meist immer noch den Bärenanteil dieser Aufgaben. Ein Hoch auf alle Männer, die hier echte Unterstützung liefern. So dominiert auch heute in der allgemeinen Sicht das Rollenbild der Frau als die Person, die sich um andere kümmert. Gerade in diesen Berufen arbeiten auch heute noch deutlich mehr Frauen als Männer.
Warum Selbstfürsorge immer noch Tabu ist
In unserer Erziehung haben sich diese alten Rollenbilder noch unbewusst eingeschlichen. Wir Mädchen wurden darauf getrimmt, lieb zu sein. uns um unsere Geschwister zu kümmern, im Haushalt zu helfen … oft deutlich mehr als die Jungen in unserer Generation. Unsere Mütter sind noch mit den traditionellen Rollenbildern groß geworden und haben sie unbewusst auf uns übertragen. So wurde Fürsorge für andere belohnt, während wir als egoistisch galten, wenn wir uns um unsere eigenen Bedürfnisse kümmerten.
Ich kann mich noch gut erinnern, wie ablehnend meine Eltern reagierten, wenn ich lieber spielen wollte oder lesen, oder einfach mal Ruhe brauchte, anstatt mich um meine Schwester zu kümmern oder eine Haushaltsaufgabe lieber später erledigen wollte. Und meine Eltern haben es echt nicht böse gemeint.
Das Rollenvorbild unserer Mutter
Ich weiß nicht, wie es bei dir zu Hause war. Aber sehr oft haben unsere Mütter uns vorgelebt, dass wir uns erst um andere kümmern müssen, bevor wir selbst an der Reihe sind. Dazu kommen die Rollenbilder aus den Fernsehserien unserer Zeit, wie „Ein Herz und eine Seele“, „Diese Drombuschs“, „Unsere kleine Farm“ und in den meisten Kinderbüchern sowieso.
Die Rolle des Nervensystems bei der Selbstfürsorge
Wir Menschen sind und bleiben Rudeltiere und daher ist uns die Fürsorge für andere Menschen in die Wiege gelegt. Dazu kommt, dass wir als Kind abhängig von unseren Eltern/Versorgern sind und uns unbewusst bemühen, ihnen zu gefallen. So lernen wir auch schnell, wann wir Mama oder Papa nicht stören dürfen, um die Harmonie in der Beziehung aufrechtzuerhalten. Gerade wir Frauen sind oft sehr gut darin, die leisen Signale der anderen zu lesen und uns daran anzupassen.
Unser Nervensystem wird dieses Verhaltensmuster dann immer wiederholen, da es sicher erscheint, sich so zu verhalten.
So lernen wir schon früh, dass Selbstfürsorge egoistisch ist und dass wir uns erstmal um andere kümmern sollen, bevor wir uns um uns selbst kümmern.
Warum ist dieser Glaubenssatz so hinderlich?
Sich um andere kümmern wollen ist nicht falsch. Nur ist es ein Fakt, dass wir uns nicht gut um andere kümmern können, wenn wir uns nicht erstmal um uns selbst kümmern. Ein Feuerwehrmann wird zum Beispiel erstmal seine Ausrüstung anziehen, ehe er in die Flammen stürmt, um Leben zu retten, denn tot oder verletzt nutzt er keinem.
Doch im Alltag verwechseln viele von uns Selbstfürsorge mit Selbstsucht. Es fühlt sich ähnlich an, weil man sich „etwas nimmt“, doch vom Effekt her ist es grundverschieden.
Das Problem von mangelnder Selbstfürsorge ist, das es auf Dauer zu chronischer Erschöpfung führt. Der eigene Tank wird nie aufgefüllt, wenn du dich nur um andere kümmerst. Die Erschöpfungsspirale verstärkt sich, wenn auf der Arbeit, zu Hause und eventuell noch in Vereinen ständig erst an andere gedacht wird.
Meist führt dies auf Dauer dazu, dass man dünnhäutiger wird und so die Beziehungen, die du schützen will, eher belastet.
Im Laufe der Zeit wird die innere Stimme, die dir sagt, was dir guttut, immer leiser, bis sie irgendwann ganz verstummt.
Die Wahrheit über „Selbstfürsorge ist egoistisch“!
Mit Selbstfürsorge nimmst du niemandem etwas weg. Im Gegenteil, indem du dich selbst stärkst, kannst du viel besser für andere da sein.
Du brauchst auch keine Sorge zu haben, dass du dann egoistisch bist, denn es gibt einen deutlichen Unterschied zu Egoismus: Egoismus geht auf Kosten anderer und Selbstfürsorge nicht. Außerdem ist jemand, der gut für sich sorgt, beziehungsfähiger, weil er weniger gestresst ist und nicht weniger liebevoll, als wenn er ständig über seine Grenzen geht.
Dafür ist es auch nicht nötig, direkt ein ganzes Wochenende alleine auf Wellness zu fahren. Es darf leicht gehen, denn oft reichen kleine, aber konsequente Momente, in denen du nur auf dich hörst.
Wie ich „Selbstfürsorge ist egoistisch” überwunden habe
Ich habe mich auch lange für egoistisch gehalten, wenn ich mich um mich selbst gekümmert habe. Ich bin ein Mensch, der seine Rückzugsmomente braucht, um gut funktionieren zu können. Außerdem bin ich körperlich nicht so belastbar wie viele andere in meinem Umfeld.
Es war ein harter Weg, mir zu erlauben, dass ich mir die Zeit für mich nehmen darf. Ich habe so viele Stunden investiert, in den Vereinen fleißig mitzuhelfen, auf der Arbeit mindestens genau so viel zu reißen wie meine Kollegen und auch zu Hause nicht später als meine Familienmitglieder vom Tisch aufzustehen, um abzuräumen.
Mein erster Schritt war, dass ich bei Vereinen aufgehört habe, damit ich mindestens einen Abend in der Woche mal nichts habe. Doch schnell hatte ich wieder die nächste Verpflichtung und die Zeit für mich war wieder hin. Es hat mir ja auch Spaß gemacht, diese Arbeiten/Vereine zu haben, aber in der Menge tat es mir nicht gut. Mein Rücken meldete sich immer stärker. Das war ein Signal für mich, aber richtig konsequent war ich nicht. Immer wieder meldete sich auch die innere Stimme, die mir sagte, dass ich die anderen nicht im Stich lassen darf.
Eine große Erkenntnis war, dass mir bewusst wurde, dass nicht alle Menschen mit der gleichen Energie geboren werden. Hier hat mir Human Design (Energietypen) sehr geholfen. Ich als Projektorin habe andere Qualitäten als hartes Arbeiten. Seitdem fällt es mir viel leichter, mir die Arbeiten zu suchen, die mir guttun, und auf mich aufzupassen. Hierzu gehören auch regelmäßige kleine Pausen, aber auch größere Auszeiten, Spaziergänge und andere Aktivitäten, die meine Batterien wieder aufladen.
Möchtest du auch mehr für dich selbst sorgen? So fängst du an!
Erkennst du dich hier wieder? Keine Sorge, du bist in bester Gesellschaft. Trotzdem lohnt es sich, Stück für Stück mehr Selbstfürsorge in sein Leben zu bauen.
Du brauchst auch nicht deinen ganzen Alltag umzuwerfen und erst recht brauchst du keinen vor den Kopf zu stoßen. Starte mit kleinen konkreten Schritten. Du kannst dir zum Beispiel mal eine Zeitlang täglich die Frage stellen: „Was würde mir jetzt guttun?“ Und wenn es gerade passt, setzt du es direkt in die Tat um.
Eine große Unterstützung für dich könnte mein kleines Geschenk ‚Mein Tag im Flow‘ sein – stell dir vor, dein Tag fühlt sich wirklich nach dir an – genau da setzt ‚Mein Tag im Flow‘ an.

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Ich freue mich auf dich


ÜBER MICH:
Wecke das SamenCorn in dir. 🌱 Als Mentorin für authentische Selbstverwirklichung begleite ich feinfühlige Frauen dabei, ihr volles Potenzial wirklich zu leben – mit meiner SamenCorn-Methode aus innerer Selbstführung, kreativen Prozessen, Human Design und neuropsychologischem Wissen. So bleibt Erkenntnis nicht Theorie, sondern wird im Alltag spürbar und wirksam. Selbsterkenntnis, Lebensmission und kreative Selbstverwirklichung stehen dabei im Mittelpunkt.
Ich arbeite online sowie in meiner Praxis in Büllingen, Ostbelgien. Mehr über mich erfährst du hier.









Liebe Stephanie, das ist ein ganz wichtiger und echt toller Artikel. Denn an diesem Punkt gibt es noch viel an persönlichem Umsetzen zu entdecken. Danke dass Du uns mitnimmst! Mein eigener Gamechanger zum Thema war sowohl das Bewußtsein, dass ich da etwas lernen kann, als auch meine Aura-Soma Pomander, die einfach total gut tun und Energie geben. Deine Meditationen und Angebote sind sicher auch eine echte Bereicherung. Herzliche Grüße Dana
Vielen Dank liebe Dana für dein Feedback. Herzliche Grüße Stephanie