Stephanie Crumbach mit Cocktail im Garten - mein liebstes Feierabendritual im Sommer.

Mein liebstes Feierabendritual im Sommer

Im Sommer gibt es eigentlich nur ein Feierabendritual, was ich, soweit möglich, regelmäßig ausführe:

Im See schwimmen gehen.

Das erklärt auch direkt das: „Soweit möglich“, denn wenn es zu kalt ist und meist dann gleichzeitig zu nass von oben, dann fällt mein Ritual buchstäblich ins Wasser.

Ansonsten habe ich im Sommer grundsätzlich meine Schwimmsachen im Auto und auf dem Rückweg von der Arbeit mache ich einen kleinen Umweg am See vorbei. Oder, wenn ich von zu Hause starte, nehme ich mir auch gerne das Fahrrad, wenn die Temperaturen nicht zu heiß sind. Dabei geht es mir nur um das Schwimmen, zwischen 20 Minuten und einer halben Stunde (oder auch mal mehr) je nach Zeit. Meistens bleibe ich danach auch nicht lange, weil es mir oft am See zu laut ist. Diese Erfrischung hilft mir, den Sommer und besonders die Hitzeperioden gut zu überstehen. Körper und Seele danken es mir. Und sobald ich im Wasser bin, sind garantiert alle Gedanken an die Arbeit vergessen.

Wie sehen meine Rituale im restlichen Jahr aus?

Da ich in der Eifel wohne, ist die Zeit, in der es möglich ist, im Freien zu schwimmen, sehr begrenzt. Ich habe lange gebraucht, für die restlichen Tage Rituale zu finden, die für mich passen und die ich auch dauerhaft anwende. Im Laufe der Jahre habe ich nämlich seeehr viel ausprobiert, teils sogar eine Zeitlang gemacht und irgendwann ist es wieder im Sande verlaufen. Nach der Arbeit, spazieren oder Fahrradfahren zum Beispiel.

Warum mein Feierabend früher nicht erholsam war

Ich kann mich noch sehr gut an Zeiten erinnern, in denen ich nach der Arbeit total erschöpft war und für nichts mehr Energie hatte. Ich holte mir Schokolade und fiel danach aufs Sofa und scrollte durch Facebook oder machte irgendwelche Handyspielchen und vergaß vollkommen die Zeit. Was ich jedoch dabei nicht vergaß, waren der Stress und die belastenden Eindrücke auf der Arbeit, und wenn ich endlich aufhörte, war ich genau so ausgelaugt wie vorher.

Im Sommer setzte ich mich dafür dann gerne auf die Terrasse, aber das war fast der einzige Unterschied. Manchmal konnte ich mich danach aufraffen, ein bisschen im Garten zu arbeiten. Was mir dann auch wirklich geholfen hat, meinen Stress abzubauen. Nebenher hatte ich wohl immer mein Tai Chi und meine Musik, die mir zum Glück beides stets geholfen haben, bei mir zu bleiben und Stress loszulassen. Doch beides habe ich nur selten täglich gemacht. Ich glaube, das hat mir trotzdem geholfen, nie in einen echten Burnout zu fallen.

Wie oft habe ich auch versucht, nach der Arbeit grundsätzlich erstmal spazieren zu gehen, jedenfalls an den Tagen, an denen ich keine Probe oder sonstiges habe. Du kennst das vielleicht auch, das klappte dann einmal, maximal eine Woche, und dann war es wieder vorbei.

Der Wendepunkt

Ich merkte irgendwann, dass mein „Ritual“ mich nur noch müder macht und mich noch mehr auslaugt. Ich wusste, ich muss wirklich etwas ändern, nicht irgendwann, sondern jetzt.

Jetzt ist es ja nicht so einfach, alte Rituale einfach zu beenden. Auch bei einem guten Plan und einer reizvollen Alternative. Unser Reptilienhirn hält immer lieber an Vertrautem fest, auch wenn es uns erwiesenermaßen nicht guttut, wie z. B. Handyscrollen, Rauchen (habe ich zum Glück nie) … Wie oft habe ich mich dann doch wieder mit irgendwelchen blöden Spielchen erwischt. Oder ich wollte nur kurz bei FB gucken, ob jemand kommentiert hat, und auf einmal waren mehr als eine Stunde verstrichen.

Für mich war die Corona-Pandemie der eigentliche Wendepunkt. Ich habe damals in einem
Seniorenheim gearbeitet und die Auswirkungen der Maßnahmen auf die Bewohnerinnen
und Bewohner haben mich tief berührt und belastet. Ich merkte: Wenn ich so weitermache,
mache ich mich selbst krank. Also begann ich ernsthaft zu suchen — nach Wegen, den Tag
wirklich hinter mir zu lassen.

So begann meine Suche nach guten Ritualen. Als Erstes habe ich meinen genialen Schlaftee entwickelt, der mir wirklich half, komplett abzuschalten. Es ist eine eigene Teemischung aus Gotu-Kola, Melisse und entweder Lindenblüten, Holunderblüten oder Mädesüß, je nach Gusto. Diese Mischung habe ich auch oft weiterempfohlen, zuletzt meinem Vater, als er wegen seiner Krankheit abends nicht zur Ruhe kam.

Habe ich ein festes Feierabendritual? Wie sieht es aus – und wie bin ich dazu gekommen?

Habe ich eigentlich ein richtiges Feierabendritual? Ja und nein. Wenn du jetzt ein großartiges Ritual erwartest, muss ich dich enttäuschen. Eigentlich sind es ganz viele kleine Rituale, die sich zusammen ergänzen und mir helfen, abzuschalten.

Wie ich den Übergang zwischen Arbeit und Feierabend schaffe – als Angestellte und auch als Selbständige im Homeoffice

Durch die Arbeit an mir selbst über Meditation, Körperwahrnehmung und bewusstes Loslassen habe ich gelernt, Gedanken und Eindrücke und Gespräche mit anderen Menschen und auch die Ereignisse des Tages nicht mit nach Hause zu schleppen. Das klingt einfacher, als es ist, aber heute gelingt es mir meistens.

Bei mir startet das Feierabendritual mit dem bewussten Denken: „So, ich mache jetzt Feierabend.“ Meistens starte ich damit, mir im Kalender zu notieren, was alles am nächsten Tag/in der nächsten Woche erledigt werden muss, dann kann ich das nämlich aus meinem Gedächtnis streichen. Danach gehören dazu das Schließen aller offenen Tabs und das Runterfahren des PCs. Während ich die Treppe runtergehe, lasse ich Stück für Stück die Arbeit hinter mir. Bin ich bei DABEI VoG in Sankt Vith, dann nutze ich die Heimfahrt im Auto, um Situationen, die mir noch im Kopf rumspuken, noch mal kurz Revue passieren zu lassen und dann zu verabschieden. Doch auch im Home-Office nutze ich die gleiche Strategie: To-dos aufschreiben – aufräumen und bewusst die Treppe runtergehen. Dann fällt zwar die Autofahrt weg, aber mir reicht das meistens schon. Ansonsten gehe ich bewusst eine kleine Runde spazieren.

Der Moment, in dem ich merke: Jetzt bin ich wirklich angekommen

Durch dieses „Abschiednehmen“ habe ich meistens die Arbeit hinter mir gelassen. Spätestens, wenn ich zuhause ankomme, bin ich ganz im Hier und Jetzt. Dann kann ich entscheiden, ob ich etwas Aktives machen möchte oder doch lieber etwas Ruhiges, wie z. B. lesen. Allerdings gibt es ein Ritual, das ich jeden Tag, wenn ich zur Türe reinkomme, ausführe. Sobald ich unten die Türe aufschließe, kommen meine beiden Katzen angestürmt und ich werde ausgiebig begrüßt. Beide müssen dann erstmal gestreichelt werden und oft wollen sie auch auf den Arm. Wenn beide wollen, wird es organisatorisch immer etwas kompliziert, denn zwei 4,5-kg-Katzen nimmt man nicht einfach so beide auf den Arm. Außerdem fehlen mir ja dann auch noch mindestens 2 Arme. Oft gehört auch noch Spielen zur Begrüßung. Die Katzen helfen mir auf jeden Fall auch immer, wenn mich etwas belastet.

Die kleinen Dinge, die den Unterschied machen

Du siehst, es ist eigentlich kein großartiges Ritual, außer im Sommer das Schwimmen. Es sind die vielen kleinen Momente, die zusammenspielen und mir helfen,, abzuschalten und zu regenerieren.

Was Energiearbeit für mich bedeutet und warum ich das so nenne

Ich spreche in diesem Artikel immer wieder von „Energiearbeit“ — und ich möchte kurz erklären, was ich damit meine. Denn der Begriff klingt für manche abstrakt oder esoterisch, und das soll er nicht.
Energiearbeit bedeutet für mich: bewusst wahrnehmen, was in mir vorgeht — koerperlich und emotional. Es ist eine Art inneres Aufräumen. Ich mache zum Beispiel kurze Meditationen, in denen ich spüre, wo sich Anspannung im Körper festgesetzt hat, und lasse sie bewusst los. Oder ich stelle mir vor, wie ich die Energie des Tages – alle Gespräche, Eindrücke und Emotionen – wie einen Rucksack ablege, bevor ich den Abend beginne. Klingt vielleicht ungewöhnlich. Aber es wirkt, zumindest für mich.

Tai Chi, das ich seit über 25 Jahren regelmäßig praktiziere, gehört ebenfalls dazu: Es verbindet Bewegung, Atmung und Bewusstsein — und bringt mich zuverlässig zurück in meinen Körper, wenn ich zu sehr im Kopf bin. Auch kreatives Arbeiten hat diese Qualität: Wenn ich male, bin ich ganz im Moment. Nichts anderes zählt.

Möchtest du mehr erfahren, welche Auswirkungen kreatives Arbeiten auf unser Wohlbefinden hat, dann lies doch gerne hier weiter: Intuitives Malen für feinfühlige Frauen

Was bedeutet „in meiner Kraft sein“ für mich – und was bringt mich dahin?

Ich bin in meiner Kraft, wenn ich mit mir selbst verbunden bin, mich nicht von irgendwelchen Sorgen, Ängsten oder Zweifeln beeinflussen lasse. Zusätzlich bin ich in meiner Kraft, wenn ich mich nicht von anderen beeinflussen lasse.

Viele Menschen kennen das Gefühl: Man verlässt ein Gespräch und trägt plötzlich die Stimmung des anderen mit sich — ohne zu wissen, wie das passiert ist. Manche spüren Eindrücke und Emotionen einfach sehr intensiv. Ich gehöre dazu.

Darum ist es mir so wichtig, mir immer wieder Zeit für mich zu nehmen, alleine zu sein und diese Energien bewusst loszulassen. Ein Spaziergang alleine in der Natur kann zum Beispiel Wunder bewirken. Man nennt das manchmal „sich erden“ — also wieder Kontakt zu sich selbst und dem eigenen Körper finden, statt im Gedankenkarussell zu stecken. Ein einfacher Weg: barfuß auf Gras stehen, tief
atmen, den Boden unter den Füßen spüren.

Tai Chi war vor mehr als 25 Jahren mein erster Schritt der Energiearbeit und der bewussten Körperarbeit. Dass ich jetzt immer noch regelmäßig Tai Chi mache, zeigt, dass es mir sehr hilft, mich wieder mit mir und meinem Körper zu verbinden.

In meiner Kraft sein fühlt sich daher sehr rund an. In den Momenten bin ich mit mir im Reinen, ich fühle mich mit meinem Körper und meiner Seele gleichzeitig verbunden.

Was ich mir heute erlaube, was früher undenkbar war

Die wichtigste Erlaubnis, die ich mir heute gebe, ist, dass ich auf mich achte und die Signale meines Körpers wahrnehme. Ich erlaube mir ganz bewusst, alles hinter mir zu lassen, was mich am Tag beschäftigt hat, und nehme nur das Gefühl mit: Heute habe ich wieder viel erreicht.

Früher habe ich alles, was geschehen ist, mit nach Hause genommen und habe darüber gegrübelt.

Doch manchmal braucht es nur das: eine Tasse selbstgemischten Tees, eine Katze auf dem Schoß und die stille Entscheidung, dass der Arbeitstag jetzt wirklich vorbei ist.

Und was ist dein liebstes Feierabendritual?

Genau das ist die Frage, die ich dir weitergeben möchte. Denn ich bin überzeugt: Es gibt nicht das eine Ritual, das für alle funktioniert. Was mich zurück in meine Kraft bringt, muss nicht dasselbe sein wie das, was dir hilft.

Deshalb habe ich eine Blogparade zum Thema gestartet. Wenn du einen Blog hast und Lust, dein eigenes Feierabendritual zu teilen – ich freue mich riesig auf deinen Beitrag. Und wenn du keinen Blog hast: Schreib mir gerne hier in den Kommentaren, was dir nach einem langen Tag wirklich hilft. Ich lese alles und antworte persönlich.

Die Blogparade läuft noch bis zum 2. August 2026 – alle Infos zur Teilnahme findest du direkt hier.

Ich bin gespannt auf dich.

Ich freue mich auf dich

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