Pause ist kein Verhandlungsgegenstand
Wer raucht, hat es in einem Punkt leichter als der Rest von uns. Mitten am Vormittag, zwischen zwei Aufgaben, einfach kurz raus, fünf Minuten stehen bleiben, durchatmen. Niemand fragt nach einer Begründung. Die Zigarette ist Erlaubnis genug. Hauptsache es brennt in der Zwischenzeit nichts an und die Pause dauert nicht zu lange.
Ich habe mich oft gefragt, warum es uns sonst oft so schwer fällt, uns eine Pause zu genehmigen. Warum eine Pause vom Aufräumen, von der Büroarbeit oder einfach nur vom Funktionieren fast immer einen guten Grund braucht. Diese Frage hat mich zur Blogparade „Wann ist Pause erlaubt?“ von Christina Reinisch gebracht Blogparade „Wann ist Pause für dich erlaubt?“ – Christina Reinisch. Sie fragt genau danach, welche Bedingungen wir an Ruhe knüpfen. Und ich habe gemerkt: meine eigene Antwort darauf hat sich in den letzten Jahren ziemlich verschoben.
Pause ohne schlechtes Gewissen
Pause ohne schlechtes Gewissen bedeutet, dass du dir Ruhe erlaubst, ohne sie vorher rechtfertigen zu müssen – nicht als Belohnung fürs Fertigwerden, sondern als selbstverständlichen Teil deines Rhythmus, genauso wie Arbeit oder Bewegung.
Stell dir vor, dein Tag fühlt sich wirklich nach dir an – mit der kostenlosen Meditation „Mein Tag im Flow“.
Wann darf ich eigentlich Pause machen?
Bei mir entscheidet das schon länger nicht mehr die To-do-Liste, sondern die Energie, die gerade da ist. Ich höre in mich hinein und schaue, wofür ich jetzt Energie habe: zum Aufräumen, für Büroarbeit, für etwas Kreatives oder für Bewegung. Das ist ein anderes System als das, mit dem viele von uns groß geworden sind, das Muster „erst leisten, dann darf ich“. Bei mir zählt eher: Was will gerade durch mich hindurch und was würde sich gerade zäh und mühsam anfühlen?
Das klingt einfacher, als es ist, und ehrlich gesagt musste ich das auch erst lernen. Aber seit ich so vorgehe, ist selten das Gefühl da, mir eine Pause nicht gönnen zu dürfen, weil noch irgendetwas erledigt werden müsste. Es darf leichter sein, als wir es uns oft selbst machen.
Schon lange war mir klar, dass mein Körper mehr Pausen braucht als viele meiner Mitmenschen. Doch jahrelang schwang immer das schlechte Gewissen mit: „Es ist doch noch so viel zu tun.“ Das führte zu großem Frust und ich setzte mich selbst unter Druck, so zu funktionieren, wie ich dachte, dass es richtig ist. Irgendwann wurde mir bewusst, dass ich einfach anders funktioniere, und fing an, mir meine Pausen auch wirklich zu erlauben.
Letztendlich ist Pause machen das A und O der Selbstfürsorge. Denn genau hier entscheidet sich, ob ich mir ab und an etwas Me-Time gönne, oder ob ich wirklich für mich sorge. Mehr dazu wie wichtig Selbstfürsorge ist erfährst du im Artikel: Ist Selbstfürsorge egoistisch?.
Was ist, wenn Pause gerade nicht möglich ist?
Natürlich gibt es Dinge, die einfach sein müssen, egal wie viel Energie gerade da ist – im Job genauso wie privat. Eine Besprechung zum Beispiel, die lässt sich nicht verschieben, nur weil die Energie fehlt. Dann organisiere ich mir den Tag so, dass ich im richtigen Moment Energie freisetze, und gönne mir danach etwas, das mir richtig guttut, als Ausgleich.
Privat ist es oft das Kochen, besonders nach langen Arbeitstagen. Auch wenn dazu gerade keine Energie da ist, will die Familie essen. Meine Lösung ist dann, den Speiseplan kurzerhand über den Haufen zu werfen und etwas Unkompliziertes aus dem zu kochen, was gerade da ist, oder seltener auch mal etwas zu holen oder ein Fertiggericht zu nehmen. Diese Ausnahmen brauchen keine Selbstbestrafung, sie brauchen nur eine pragmatische, unaufgeregte Lösung.
Wie sieht Pause im Alltag wirklich aus?
Am Schreibtisch wechsle ich zwischen verschiedenen Tätigkeiten, immer so lange, wie die Energie für die jeweilige Aufgabe reicht. Dazwischen liegen kleine Pausen, manchmal nur ein kurzer Moment am Fenster oder ein paar Schritte nach draußen. Das sind keine großen Auszeiten, aber sie zählen genauso. Und danach bin ich wieder produktiv. Genau das ist für mich der eigentliche Unterschied: Pause stiehlt mir keine Zeit, sie verschafft mir die Energie, mit der ich weitermachen kann.
Je nach Energie wechsle ich auch komplett die Art der Arbeit. Organisatorisches, Kreatives, Gespräche, Planung, körperlich aktive Arbeiten wie Aufräumen oder einfach langweilige stereotype Aufgaben wie Tabellen ausfüllen.
So gehört Pause bei mir ganz selbstverständlich dazu, nicht als Ausnahme, sondern als fester Teil meines Rhythmus.
Was sagt die Forschung zum Energie-Rhythmus?
Vielleicht kennst du das: Die gleiche Aufgabe ist das eine Mal in wenigen Minuten erledigt, und ein anderes Mal ziehst du dich Stunden damit hin, ohne wirklich voranzukommen. Das liegt nicht an dir, sondern an einem ganz natürlichen Rhythmus, den unser Nervensystem den ganzen Tag über durchläuft.
Der Schlafforscher Nathaniel Kleitman hat dafür schon vor Jahrzehnten den Begriff des ultradianen Rhythmus geprägt: Alle 80 bis 120 Minuten, im Schnitt also etwa alle 90 Minuten, wechselt unser Gehirn zwischen einer Phase hoher Wachheit und Konzentration und einer Phase, in der die Gehirnwellen sich verlangsamen und wir eher müde, träge oder unkonzentriert werden. Das ist derselbe Mechanismus, der uns nachts durch die Schlafphasen führt, nur eben tagsüber in kürzeren Wellen. Wenn du also nach etwa anderthalb Stunden merkst, dass eine Aufgabe plötzlich zäh wird, ist das kein Zeichen von Disziplinlosigkeit. Das ist dein Nervensystem, das ganz von selbst in die nächste Erholungsphase wechselt. Nur im Flow vergisst unser Gehirn die Zeit und kann auch längere Zeit selbstvergessen an einem Thema arbeiten.
Ähnliches gilt für den ganzen Tag. Der Forscher Anders Ericsson hat bei Spitzenmusikerinnen beobachtet, dass selbst sie nur etwa vier Stunden am Tag wirklich konzentriert und tief in eine anspruchsvolle Aufgabe eintauchen konnten. Der Rest des Tages bestand aus leichteren Tätigkeiten oder Pausen. Auch der Autor Cal Newport kommt in seiner Arbeit zu einer ähnlichen Größenordnung. Wir sind also gar nicht dafür gemacht, den ganzen Tag über auf demselben hohen Level Denkarbeit zu leisten, so sehr uns das manchmal abverlangt wird.
Und genau hier passt für mich das Pareto-Prinzip hinein, die bekannte 80-20-Regel. Sie besagt ursprünglich, dass ein kleiner Teil des Aufwands den Großteil des Ergebnisses bringt. Ich lese das für mich auch so: Wenn ich mit der richtigen Energie an dem richtigen Thema arbeite, geht vieles auf einmal viel schneller, und ich brauche gar nicht mehr Stunden, um vergleichbar viel zu schaffen. Nicht mehr Zeit ist also die Lösung, sondern die Passung zwischen Energie und Aufgabe.
Was, wenn die Energie erst beim Tun kommt?
Ganz ehrlich zu Ende gedacht, ist es nicht immer so einfach, vorher zu wissen, ob die Energie da ist oder nicht. Manchmal kommt sie erst, während ich etwas tue, zum Beispiel beim Aufräumen oder Putzen. Ich fange also lieber an und probiere aus, wenn ich mir unsicher bin, statt vorher lange abzuwägen. Und wenn es beim Tun nicht trägt, breche ich ab und mache Pause oder beginne ohne schlechtes Gewissen etwas anderes. Der Haushalt läuft mir eh nicht weg und der Staub kommt zuverlässig wieder.
Genau das meine ich, wenn ich sage, dass Pause bei mir kein Verhandlungsgegenstand mehr ist. Es geht nicht um eine starre Regel, die ich mir auferlege, sondern um Vertrauen in das, was mein Körper mir gerade sagt.
Pause darf einfach dazugehören
Vielleicht kennst du das Gefühl, erst warten zu müssen, bis wirklich alles erledigt ist, bevor Pause erlaubt ist. Bei mir war das lange auch so. Heute ist Pause ohne schlechtes Gewissen für mich kein Sonderfall mehr, sondern der Normalzustand, und ich wünsche dir von Herzen, dass du dir das auch erlaubst. Du darfst dir das gönnen, ganz ohne dich rechtfertigen zu müssen.
Wenn du spüren möchtest, wie sich ein Tag anfühlt, der wirklich nach deiner eigenen Energie geht statt nach der To-do-Liste, dann lade ich dich herzlich ein zur kostenlosen Meditation „Mein Tag im Flow“.

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Ich freue mich auf dich


ÜBER MICH:
Wecke das SamenCorn in dir. 🌱 Als Mentorin für authentische Selbstverwirklichung begleite ich feinfühlige Frauen dabei, ihr volles Potenzial wirklich zu leben – mit meiner SamenCorn-Methode aus innerer Selbstführung, kreativen Prozessen, Human Design und neuropsychologischem Wissen. So bleibt Erkenntnis nicht Theorie, sondern wird im Alltag spürbar und wirksam. Selbsterkenntnis, Lebensmission und kreative Selbstverwirklichung stehen dabei im Mittelpunkt.
Ich arbeite online sowie in meiner Praxis in Büllingen, Ostbelgien. Mehr über mich erfährst du hier.








